Das Dschungelzelt im Münchner Tierpark Hellabrunn

Das Dschungelzelt im Tierpark Hellabrunn in München nahm 1995 den Betrieb als Gehege für Raubtiere auf. Die Anlage nimmt eine Grundfläche von ca. 1.310 m2 ein. Im hinteren Teil ist eine Hügellandschaft modelliert, die die ebenerdige Anlage von Nebenräumen für die Tierhaltung unterhalb dieser erhöht angelegten Bereiche ermöglicht.

Die organisch-vernakuläre Zeltform des Bauwerkes schaffte also gleichermaßen das notwendige Volumen für die Nutzung, sowie eine an die Herkunft der „Bewohner“ erinnernde Architektur. Die leichte Konstruktion ist gefügt aus einem Seilnetz mit einem variablen Raster von bis zu 3 m x 3 m Maschenweite, den Mittel- und Randstützen, sowie dem primären Seilsystem und Fundamentierungen.

Das Seilnetz ist mit luftgestützten, in Fallrichung verlaufenden, ETFE-Kissen eingedeckt. Die Kissenränder sind in Kederprofilen aus Aluminium gehalten, die direkt auf den Knoten des Seilnetzes aufgelagert sind. Die Seilklemmen an den Kreuzungspunkten der Seile dienen genauso der kraftschlüssigen Verbindung der Netzseile, wie der Auflagerung der Kederprofile, die hier „gelenkig“ gelagert sind. Die Kederprofile müssen der räumlichen Geometrie und den Verformungen des Seilnetzes folgen. Die einzelnen Profilabschnitte agieren demzufolge wie Kettenglieder, die Stöße führen Rotationsbewegungen aus.